Winter 2022/2023
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Angewandte Performance-Theorie

Als Widerstand gegen einen neoliberalen, leistungsorientierten Performance-Begriff problematisieren künstlerische Performances  ihr eigenes Potenzial, indem sie ihre medialen Grenzen hinterfragen und dadurch sichtbar machen. Sie plädieren für Spekulation statt Spektakel, entwickeln Aufmerksamkeit für situative Spannungen zwischen Ethik und Ästhetik, untersuchen Möglichkeitsbedingungen, Orte selbst als Medium zu nützen. Künstlerische Formen wie Situationismus, Aktionismus, Postmodern Dance, Performance Art, zeitgenössischer Tanz denken – in all ihren Differenzen – Kunst in ortsspezifischen Ökonomien.

Der Kurs thematisiert bedeutende historische und zeitgenössische Performance-Positionen (z.B. Gordon Matta Clark, Allan Kaprow, Yvonne Rainer, Trisha Brown, Bill Bollinger, Joan Jonas, Christoph Schlingensief, Francis Alÿs, Meg Stuart, Mette Ingvartsen, Anne Imhof, Tino Sehgal). Fokussiert werden noch speziell österreichische Positionen (historisch: z.B. Valie Export, Peter Weibel, Birgt Jürgenssen, Günter Brus, Hermann Nitsch und zeitgenössisch: z.B. Barbara Kraus, Philipp Gehmacher, Claudia Bosse, Nikolaus Gansterer, Willi Dorner, Jakob Lena Knebl, Barbis Ruder) sowie künstlerische Arbeiten des ehemaligen Ostblocks (z.B. Marina Abramović, Mladen Stilinović, Alexandra Pirici, Ivana Müller, Janez Janša, Manuel Pelmus). Begriffe wie ‚Arbeit’ und ‚Position’ werden dabei in ihrem mehrfachen Wortsinn problematisiert.

Dieser Wintersemester-Kurs bietet die Theorie zum praktisch-orientierten Sommersemester-Kurs an.

Der Kurs ist APL assoziiert. 
Unterrichtsform: Live-Vorlesung.

 

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Foto: Philipp Gehmacher: The Slowest Urgency

(https://www.google.com/search?q=Philipp+Gehmacher:+The+Slowest+Urgency&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwjLs5LNgNz3AhXYwQIHHc8KDh8Q_AUoAXoECAEQAw&biw=1374&bih=794&dpr=2.61#imgrc=fY1Y_kLrHgV4nM)