Summer 2021
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ART//WORK

Die Lehrveranstaltung wirft einen Blick auf das Thema „Arbeit“ als Motiv in der zeitgenössischen Kunst, und ist gleichzeitig der Versuch einer Annäherung an die aktuellen Arbeitsbedingungen von Künstler_innen und deren Verschränkungen mit einer neoliberalen, globalisierten Gesellschaft. Welchen Verhältnissen, Formen und Strategien unterliegt das Arbeiten und die Produktivität von Künstler_innen heute, und wie reflektieren sich diese Bedingungen in der künstlerischen Arbeit? 

Durch eine Kombination von beispielhaften künstlerischen Positionen, theoretischen Texten und Kurzexkursionen möchte die Lehrveranstaltung eine Diskussion über gegenwärtige Problemfelder anstoßen und in den Kontext einer historischen Entwicklung einbetten. Anhand von einzelnen Beispiele wird die Rückkoppelung der Debatte um „Arbeit“ an die künstlerische Produktion seit den 1970er Jahren aufgegriffen. U.a. soll nachgezeichnet werden, wie Forderungen der Frauenbewegung Eingang in das künstlerische Feld gefunden und welche Entwicklungen sie bis heute genommen haben. Stichworte: Hausarbeit, Reproduktionsarbeit, Care Work, „Immaterielle Arbeit“, usw. Untersucht wird auch das Verhältnis von immaterieller Arbeit und Tendenzen der Entmaterialisierung des Kunstwerks, wie sie vor allem von der Konzeptkunst vorangetrieben wurden. Sowie die damit verbundenen Entwicklungen hin zu zeitgenössischen „immateriellen Praktiken“, die sich einem marktkonformen „Werkbegriff“ und Produktionsästhetik widersetzten, indem sie etwa ortsbezogen oder performativ arbeiten.

Durch die Covid 19 Pandemie verschärft sich die ohnehin prekäre Arbeits- und Lebenssituation von Künstler_innen und Künstlern massiv, was umso mehr alternative Modelle und die aktive Teilhabe der Politik an einer (ökonomischen) Verbesserung der Verhältnisse erfordert. Entsprechend wird die inhaltliche Ebene der Lehrveranstaltung von einem praxisbezogenen Teil begleitet, der Initiativen (Pay the Artist Now, W.A.G.E., etc.) und Institutionen (IG Bildende Kunst, u.a.), die die Interessen von Künstler_innen offensiv vertreten, vorstellt.

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Credit: Miriam Bajtala, Im Akkord, 2019, Still © die Künstlerin