2016 January 18
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Digital Water:

Analoges Sammeln im Digitalen Gestrüpp

Digital Water basiert auf der Annahme, dass die digitale und analoge Welt auf Wasser basieren. Für die digitale Cloud, ein Netzwerk aus Servern, wird Wasser benötigt um schnelle Streamingzeiten zu garantieren, die Server der Datenzentren zu kühlen und die Energie zu liefern. 

Seit 1896 veröffentlicht die Weltorganisation für Meteorologie den Internationalen Wolkenatlas, der die verschiedenen Wolkenformen beschreibt. Nun erscheint der dritte Band, der die digitale Wolke enthält. Er beschäftigt sich mit den analogen Teilen des Internets, den sichtbaren Infrastrukturen, den Datenzentren.

Die erste aufgenommene Wolke befindet sich in Oberösterreich, in Kronstorf. Hier wurde zwar noch kein Datenzentrum errichtet, aber die Firma Google hat, 2008, 78 ha Agrarland erworben für eine zukünftige “Wolkenproduktionsstätte”. Seit dem Kauf wurden 13000 Bäume gepflanzt, eine kanadische Kindergärtnerin engagiert und fünf neue Wohnbauprojekte realisiert. Ein Ort wartet aus seine digitale Wolke.

Die Arbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste besteht aus dem dritten Band des Wolkenatlas von Christina Gruber, der zum ersten Mal die digitale Wolke enthält. 

Der zweite Teil der Installation besteht aus einem Film über das Google Grundstück in Kronstorf und gleichzeitig, die erste beschriebene digitale Wolke. Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven auf dem Gelände selbst und von oben herab, durch Drohnenaufnahmen, ermöglichen den Status der sich formenden Wolke zu beobachten. Die langen Aufnahmen in Kombination mit der Musik, die speziell für Kronstorf aufgenommen wurde, vermitteln eine Gefühl des Wartens. Außerdem steht die Geschwindigkeit im Gegensatz zu gängigen Videoformaten im Internet. Jede Einstellung dauert 30 Sekunden und wird von 15 Sekunden Sequenzen unterbrochen. Die Geschichte des Ortes und der Leute sind unweigerlich mit dem Internet verbunden und lassen diese ungewiss im Raum schweben.

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Installation, Video HD, stereo, 14:35 min, 25 fps, 3 Bücher 300 x 215 mm, 2016
Foto: Christina Gruber