2015 January 20
Students
Algae? It’s a colour?

Die Erfindung des Aquariums konvergiert perfekt mit der naturwissenschaftlichen Entwicklung der Evolutionstheorie des 19. Jahrhunderts. Das Aquarium wurde als ästhetisches Medium erfunden um Gefundenes zur Schau stellen zu können.

Für mich ist das Aquarium ein Raum für Projektion und Verdichtung, in dem ich Dinge kennenlernen und ausprobieren kann. Wie in Blasen einer anderen Realität kann ich mit dem Aquarium als Hilfsmittel einen lebendigen, mir sonst verborgenen Raum unmittelbar wahrnehmen. Als kontrollierender und inszenierender Akteur bin ich immer Teil davon. Das Bild, das ich dabei kreiere, wird zu einem Verweis auf mich und meine Vorstellung.

Durch die intensive Arbeit mit Aquarien wurde der Wunsch nach einer Auseinandersetzung mit Abstraktion und Notwendigkeit immer bestimmender. Die Suche nach einem Anfangsbild, die reduzierte Landschaft des ersten Lebens, einer Urlandschaft hat begonnen. Fossilien, bildnerische Darstellungen und Texte füttern nur unbefriedigend meine Vorstellung.

Wie zur Entstehungszeitszeit des Aquariums zeige ich in meinem Projekt eine Bilderfahrung eines unbekannten, phantasiebeladenen Ortes zeigen. Mit gesammelten Bakterien spüre ich dem Bild einer frühen Landschaft nach, der Frage nach Leere, Notwendigkeit und richte meinen Blick auf die ersten und erfolgreichsten Lebewesen des Planeten.

Dazu werden in einem Aquarium Cyanobakterien wie in einem Brutkasten eingesetzt, gepflegt und dargestellt. Der Inhalt wird auf Wasser, minimale technische Ausstattung und Mikroorganismen reduziert. Dabei entsteht ein abstraktes Stillleben, dessen erdgeschichtliche und ökologische Rolle nur für jene wahrnehmbar ist, die sie kennen. Das fertige Bild entsteht im und mit dem Raum in dem das Experiment stattfindet, kontrastierend zu den umgebenden Aquarien. Meine Arbeit im Raum wird mittels Fotografien beobachtet und meine Einflussnahme auf das Aquarium mit Verlaufsprotokollen beschrieben.

Photo: Clemens Schneider