Summer 2020
Courses
Performance in situ - Instabile Grenzen

Angesichts der bewegten politischen Kartographie unserer Zeit mit ihren instabilen Territorien wird eine performative, ortsbezogene Ästhetik der Grenze fokussiert – in all dem kritischen Potential des Grenzbegriffs heute, auch in Bezug auf eine stets neue Differenzierung zwischen Ein- und Ausschlussmechanismen, zwischen Szene und Auditorium, zwischen Teilhabe und Teilnahme. 

Der Kurs erforscht die publikumsorientierte, partizipatorische Kraft des performativen Denkens. Performance in situ wird als gesellschaftsrelevante Einübung in temporären Komplizenschaften, in Mitsein-Strukturen, in Gemeinschaftsräumen und Deterritorialisierungen adressiert.

Die Studierenden werden eigene performative Arbeiten im Kontext instabiler Grenzen entwerfen. Intensiviert wird dabei nicht einfach ein Prozess- statt Produktdenken, sondern der Prozesscharakter der performativen Produkte selbst – als Spezifik auch von artistic research. Anhand der Kompetenz für Grenzerfahrungen, die Choreographie prägt, setzt sich die Lehrveranstaltung mit einem erweiterten zeitgenössischen Begriff des Choreographischen im Kontext ortsbezogener Kunst auseinander – als künstlerische Chance für die Schaffung multipler Grenz- und Differenz-Welten. Der Fokus liegt im Hinterfragen von Orten und Ordnungen, in der Mitgestaltung von Möglichkeitsräumen des Instabilen, Ungewissen, Potentiellen, in der performativen Spannung zwischen Dar- und Ausstellung – als ein Proben von Problemen, von Grenzen.

Die Lehrveranstaltung setzt den theoretischen Wintersemester-Kurs Performance in situ praktisch fort. Willkommen sind aber auch Studierende, die diesen Kurs nicht besucht haben. Die Studierenden können konkrete öffentliche (eventuell auch fiktive) Orte instabiler Grenzen recherchieren und dazu eigene Projekte entwickeln. Zunächst entstehen erste performative Scores, Skizzen, Skripten, Skulpturen, Szenarien etc. Die Entwürfe werden in der Gruppe besprochen, um dann zu einer Form-Finalisierung zu kommen. Die Kursteilnehmer_innen treffen die Formatentscheidung selbst, die Präsentations- und Dokumentationsart ist offen.

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Fotocredits: Peter Stamer, In the Panel Colony. Von Peter Stamer und Frank Willens