October 2019
Artistic Research
REFLECTING OIL

ARTS-BASED RESEARCH ON OIL TRANSITIONINGS

Innerhalb der Gesellschaft zeigt sich eine Abkehr von fossilen Energieträgern als Energiequelle und gleichzeitig besteht die dringende Notwendigkeit, die CO2-Emissionen, die zur globalen Erwärmung und zum Klimawandel beitragen, zu reduzieren. Das Projekt "Reflecting Oil" bietet eine innovative und multiperspektivische Reflexion über Rohöl, das eines der bedeutendsten fossilen Ressourcen des modernen Lebens darstellt.

Diese allgegenwärtige, aber schwer fassbare Substanz soll in ihrer materiellen Dimension als chemische Mischung, in ihrer globalen Dimension als geopolitische Konflikt- und Umweltbelastungsursache und in ihrem symbolischen Ausmaß als weltweites Objekt der Begierde überdacht werden. Durch die Anwendung von kunstbasierten Forschungsmethoden wird der Rohstoff neu beleuchtet und soll in weiterer Folge über nachhaltige Energie informieren.

Anhand der aktuellen Entwicklungen in der künstlerischen Forschung und jüngster Fortschritte im theoretischen, akademischen Bereich der Energie- und Geisteswissenschaften, wird sich  Ernst Logar und sein Team, mit Hilfe von künstlerischen Experimenten mit dem Rohstoff Rohöl beschäftigen. Durchgeführt werden diese Forschungsexperimente in den Laboratorien der Montanuniversität Leoben,  Department of Petroleum Engineering, mit der Unterstützung von WissenschaftlerInnen und einem interdisziplinären ExpertenInnenteam der Universität für Angewandte Kunst Wien, der Universität Alberta und Waterloo (Kanada) und anderen AkademikerInnen.

Die unkonventionelle Manipulation des Materials Rohöl durch KünstlerInnen und NichtkünstlerInnen, und der kreative Einsatz von technischen Geräten auf künstlerischer Ebene wird den industriellen Laborraum gedanklich aufbrechen und Platz für spekulative Forschung und neue Denkweisen bieten.

Die unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen, wie visuelles Aussehen, Farbe, Geruch, taktiler Sinn, Viskosität, Toxizität usw. sollen im Zuge des Projektes untersucht werden, um innovative Denkansätze mit dem Ziel neue Darstellungsweisen und Narrative über Erdöl zu erzeugen, die zu öffentlicher Wahrnehmungsveränderung und neuen Perspektiven auf eine demokratische Zukunft ohne Erdöl führen. Auch eine kritische Diskussion über die Bedeutung der entstandenen künstlerischen Arbeiten wird  Teil des Forschungsprojektes sein.

Im Rahmen der künstlerischen Experimente wird eine vielfältige methodische Herangehensweise in Verbindung mit  einer multidisziplinären Teamreflexion angewandt. Die gewonnen Forschungsergebnisse werden einer breiten Öffentlichkeit durch die Veranstaltung eines Petro-Kolloquiums, von Podiumsdiskussionen und  Ausstellungen, und einer umfassenden Dokumentation, sowohl online, als auch als gedruckte Publikation zugänglich gemacht.

 

Foto: Ernst Logar