Winter 2021/22
Courses
Reflecting Oil – Art and Petroculture III

Der Begriff Petroculture beschreibt unsere heutige postindustrielle Gesellschaft als eine Gesellschaft, die durch und durch Erdöl in physischer und materieller Form geprägt ist. Vom Automobil, über Autobahnen, die allgegenwärtige Verwendung von Kunststoffen, über unsere Nahrungsversorgung bis hin zu unserer gebauten Umwelt.

Doch viel signifikanter ist, wie dieser fossile Energieträger unsere Werte, Praktiken, Gewohnheiten und Gefühle gestaltet. Doch ist es schwierig dieses Faktum zu beleuchten.

Um das Verhältnis von Erdöl und Kultur zu verstehen, ist es einfach auf sichtbare Manifestationen im Alltag, wie z.B. Autobahnen zu verweisen, aber es ist schwierig, die Idealvorstellungen von Autonomie und Mobilität zu verstehen, die sehr eng mit den historischen Bedingungen einer auf fossilen Energieträgern basierenden Gesellschaft verknüpft sind.

Unsere Werte und Sehnsüchte, Vorstellungen von Freiheit und modernem Leben werden in realer Weise durch Erdöl befeuert - und in Anbetracht einer möglichen Klimakatastrophe steht unserer globalen petro-subjektivistischen Gesellschaft eine massive kulturelle Transformation im Zuge des Übergangs aus dem späten Erdöl-  zu einem postfossilen Zeitalter bevor.

Im Zuge der Lehrveranstaltung werden die Grundbegriffe der Erdölkultur und dessen Geschichte behandelt. Künstlerische Positionen, die sich mit Erdöl auseinandersetzen werden vorgestellt und grundlegende Texte zum Themenkomplex gelesen. Im Laufe der Lehrveranstaltung werden Exkursionen  zu Orten der österreichischen Erdöl- und Energieinfrastruktur unternommen. Es wird ein auch mehrtägiger Workshop mit den  StudentInnen des Department Petroleum Engineering  an der Montanuniversität Leoben abgehalten. Im Zuge des Workshops werden Rohölexperimente in den Labors ausgeführt und eine Exkursion zu extraktivistischen Orten im Umkreis von Leoben unternommen.

Die Lehrveranstaltung wird in Deutsch abgehalten und Fachliteratur in Englisch rezipiert. Die Entwicklung eines künstlerischen Konzeptes zum Themenschwerpunkt in englischer Sprache ist erwünscht.

Mehr Info auf der Base Angewandte
 

Foto: Ernst Logar