Winter 2019/20
Courses
Urban explorations – Field trips to public art/ space

Kunst ist im urbanen Raum allgegenwärtig und prägt das Stadtbild. Während gewisse künstlerische Arbeiten in der kollektiven Wahrnehmung fest verankert sind und schon allein dadurch eine öffentliche Aufmerksamkeit genießen – beispielsweise Rachel Whitereads Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah am Wiener Judenplatz –, bleiben andere nahezu unbemerkt oder werden nicht gleich als künstlerische Arbeit identifiziert. Dazu zählen Interventionen oder Gestaltungen, die sich subtil in einen urbanen Kontext (temporär) einschreiben, etwa die von Marcus Geiger in den Farben der Euro-Banknoten gestrichenen Hausfassaden am Wiedner Gürtel.

Die leidenschaftliche Debatte über die Entfernung/Zerstörung von Lawrence Weiners am Flakturm im Esterhazypark gemalten Schriftzug SMASHED TO PIECES (IN THE STILL OF THE NIGHT), der das Gebäude seit 1991 gekennzeichnet und zu einem städtischen Landmark gemacht hat, wirft die Frage auf, was mit spezifisch für einen Ort produzierten Werken passieren soll, wenn dieser Ort selbst Veränderungen unterliegt – und zeigt wie sensibel der Umgang damit ist. Wie kann man diese (obsolet gewordenen?) Werke sammeln und archivieren? Oder wie kann man sie in einen neuen Kontext überführen?

Der Fokus der LV ist dieses Semester daher auf Kunst-am-Bau-Projekte und den Aspekt ihrer Zeitlichkeit gerichtet. In Form von wöchentlichen field trips werden wir prominente und weniger bekannte Beispiele hierfür besichtigen und diskutieren. Manche Arbeiten wurden für ein architektonisches Detail konzipiert – eine Treppe z.B. – anderen droht ihr „Träger“ abhanden zu kommen, bei notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen etwa. Die Exkursionen nehmen ganz unterschiedliche Gebäudetypen und öffentliche Orte ins Visier.

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Foto: Arenbergpark, Jeanette Pacher, 2019